Sauna und Demenz: Kann regelmäßiges Saunieren das Gehirn schützen?
Dreimal pro Woche in die Sauna – und das Demenzrisiko sinkt um mehr als die Hälfte? Was zunächst nach einer gewagten Behauptung klingt, hat einen wissenschaftlichen Hintergrund. Finnische Forscher haben über Jahrzehnte untersucht, welchen Einfluss regelmäßiges Saunieren auf die Gesundheit des Gehirns haben könnte. Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Doch was steckt tatsächlich dahinter?
Was sagt die Wissenschaft über Sauna und Demenz?
In Finnland gehört die Sauna für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Gute Voraussetzungen für Wissenschaftler, die herausfinden möchten, welche langfristigen Auswirkungen regelmäßige Saunabesuche auf die Gesundheit haben.
Eine Forschungsgruppe um Paul Knekt vom Finnish Institute for Health and Welfare untersuchte die Daten von 13.994 Männern und Frauen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren. Über einen Zeitraum von bis zu 39 Jahren wurde erfasst, bei welchen Teilnehmern eine Demenzerkrankung auftrat.
Das auffällige Ergebnis:
Menschen, die neun- bis zwölfmal pro Monat in die Sauna gingen, hatten in den ersten 20 Beobachtungsjahren ein um 53 Prozent geringeres relatives Demenzrisiko als Menschen, die höchstens viermal monatlich saunierten.
Über den gesamten Beobachtungszeitraum von 39 Jahren fiel der Unterschied geringer aus, blieb aber statistisch nachweisbar: Das relative Risiko lag 19 Prozent niedriger.
Die Studie wurde 2020 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Preventive Medicine Reports veröffentlicht.
Wichtig: Die Forscher konnten einen Zusammenhang feststellen, aber nicht beweisen, dass die Sauna selbst das geringere Demenzrisiko verursacht. Es könnte beispielsweise sein, dass Menschen, die regelmäßig saunieren, auch in anderen Lebensbereichen gesundheitsbewusster sind.
Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick auf die möglichen Erklärungen.
Warum könnte Saunieren gut für das Gehirn sein?
1. Wärme bringt den Kreislauf in Bewegung
Wenn wir in die Sauna gehen, reagiert unser Körper unmittelbar auf die Wärme.
Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, das Herz schlägt schneller und die Durchblutung verändert sich. Der Körper versucht, seine Temperatur zu regulieren.
Wiederholt sich dieser Vorgang regelmäßig, können sich Anpassungen im Herz-Kreislauf-System entwickeln. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Saunieren unter anderem die Gefäßfunktion positiv beeinflussen könnte.
Warum ist das für unser Gehirn interessant?
Weil gesunde Blutgefäße entscheidend für seine Versorgung sind. Dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die empfindlichen Gefäße im Gehirn schädigen und zählt zu den bekannten Risikofaktoren für Demenz.
2. Auf die Wärme folgt die Entspannung
Ein Saunagang ist für unseren Körper zunächst keine Entspannung, sondern eine kontrollierte Wärmebelastung.
Das autonome Nervensystem reagiert darauf: Der Sympathikus, der unseren Körper auf Aktivität vorbereitet, wird stärker beansprucht.
Nach dem Saunagang beginnt die Erholungsphase. Die Kreislaufbelastung nimmt ab und das Nervensystem reguliert sich wieder.
Dieser Wechsel zwischen Belastung und Erholung ist ein möglicher Grund dafür, weshalb viele Menschen nach der Sauna eine angenehme Ruhe empfinden.
Ob sich daraus langfristig ein direkter Schutz vor Demenz ergibt, ist allerdings noch nicht geklärt.
3. Entzündungsprozesse könnten eine Rolle spielen
Auch chronische Entzündungsprozesse werden in der Demenzforschung untersucht.
Wissenschaftler vermuten, dass regelmäßige Wärmebelastung bestimmte Entzündungs- und Stressreaktionen des Körpers beeinflussen kann.
Ein weiterer interessanter Forschungsansatz sind sogenannte Hitzeschockproteine. Diese helfen Zellen dabei, auf Belastungen zu reagieren und die Funktion anderer Proteine aufrechtzuerhalten.
Ob diese Mechanismen erklären, weshalb regelmäßige Saunagänger seltener an Demenz erkranken, muss jedoch noch weiter erforscht werden.
Wie oft sollte man in die Sauna gehen?
Die finnischen Untersuchungen zeigen vor allem eines: Die Häufigkeit der Saunabesuche könnte eine wichtige Rolle spielen.
In der Studie von Knekt und seinen Kollegen war die Gruppe mit neun bis zwölf Saunabesuchen monatlich besonders auffällig. Das entspricht ungefähr zwei bis drei Besuchen pro Woche.
Eine weitere finnische Langzeitstudie aus dem Jahr 2017 mit 2.315 Männern zeigte ebenfalls einen Zusammenhang zwischen häufigem Saunieren und einem geringeren Demenz- und Alzheimer-Risiko.
Dabei hatten Männer, die vier- bis siebenmal wöchentlich saunierten, ein deutlich geringeres relatives Erkrankungsrisiko als Männer mit einem Saunabesuch pro Woche.
Allerdings lässt sich daraus keine allgemeingültige Empfehlung ableiten, möglichst täglich in die Sauna zu gehen.
Für den Alltag gilt: Regelmäßigkeit ist sinnvoller als gelegentliche Höchstleistungen.
Wer die Sauna gut verträgt, kann beispielsweise ein- bis dreimal pro Woche saunieren und ausreichend Zeit für die Erholung einplanen.
Muss es immer eine besonders heiße Sauna sein?
Nicht unbedingt.
Die meisten finnischen Untersuchungen wurden unter Bedingungen durchgeführt, bei denen Temperaturen von etwa 80 bis 100 °C üblich sind.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Mensch solche Temperaturen anstreben sollte.
Gerade für Anfänger oder Menschen, die intensive Hitze weniger gut vertragen, können niedrigere Temperaturen angenehmer sein.
Ein Saunagang von acht bis 15 Minuten ist für viele Menschen ein vernünftiger Ausgangspunkt. Entscheidend sind das persönliche Wohlbefinden, die gesundheitliche Belastbarkeit und eine ausreichende Erholung.
Auch ein intensiver Aufguss ist keine Voraussetzung für die möglichen gesundheitlichen Effekte. Er verstärkt zwar das Hitzeempfinden, ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen ist wissenschaftlich aber nicht belegt.
Und wer nach der Sauna nicht ins eiskalte Tauchbecken springen möchte, muss das auch nicht. Eine schonende Abkühlung an der frischen Luft und eine mäßig kühle Dusche sind ebenfalls möglich.
Was hat eine eigene Sauna zu Hause damit zu tun?
Die Forschung beschäftigt sich vor allem mit der Wirkung regelmäßiger Wärmebelastung. Sie untersucht nicht, ob eine Sauna zu Hause gesundheitlich wirksamer ist als eine öffentliche Sauna.
Trotzdem gibt es einen ganz praktischen Unterschied.
Wer eine öffentliche Sauna besuchen möchte, muss Zeit einplanen, hinfahren, Öffnungszeiten beachten und sich gegebenenfalls nach anderen Menschen richten.
Eine eigene Sauna steht dagegen genau dann zur Verfügung, wenn man sie nutzen möchte.
Nach einem langen Arbeitstag. An einem ruhigen Sonntagabend. Oder einfach dann, wenn man sich bewusst Zeit für sich nehmen möchte.
Aus gelegentlichen Saunabesuchen kann so leichter ein regelmäßiges Ritual werden.
Und gerade diese Regelmäßigkeit ist es, die in den finnischen Langzeitstudien eine wichtige Rolle spielt.
Warum wir bei Reinbold Saunabau auf Massivholz setzen
Bei Reinbold Saunabau beschäftigen wir uns seit 1964 mit dem Bau individueller Saunen.
Heute fertigen wir unsere Saunen aus massiven Holzelementen. Dabei setzen wir auf natürliche Materialien, durchdachte Inneneinrichtungen und eine Bauweise, die auf langfristige Nutzung ausgelegt ist.
Die massiven Holzwände nehmen während des Saunierens Wärme auf und geben sie wieder an den Raum ab. Neben der erwärmten Luft entsteht dadurch auch Strahlungswärme von den Holzoberflächen.
Ob eine Massivholzsauna gegenüber anderen Bauweisen zusätzliche gesundheitliche Vorteile bietet, wurde in den genannten Demenzstudien nicht untersucht.
Für uns steht deshalb etwas anderes im Mittelpunkt: Eine Sauna sollte so geplant sein, dass man sich darin wohlfühlt und sie über viele Jahre gerne benutzt.
Denn die beste Sauna ist letztlich die, in die man auch tatsächlich hineingeht.
Kann man mit Sauna einer Demenz vorbeugen?
So weit ist die Wissenschaft noch nicht.
Die finnischen Studien liefern interessante Hinweise, aber keinen Beweis für eine vorbeugende Wirkung.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in ihren aktualisierten Empfehlungen von 2026, dass sich das Demenzrisiko durch verschiedene beeinflussbare Faktoren reduzieren lässt.
Dazu gehören insbesondere regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, soziale und geistige Aktivität sowie die Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten.
Saunieren kann eine solche gesundheitsbewusste Lebensweise möglicherweise sinnvoll ergänzen. Als eigenständige Maßnahme zur Demenzprävention ist es bislang jedoch nicht ausreichend belegt.
Wer unter akuten Infekten oder Fieber leidet, sollte auf die Sauna verzichten. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es sinnvoll, die individuelle Saunatauglichkeit ärztlich abzuklären.
Fazit: Ein guter Grund mehr, regelmäßig in die Sauna zu gehen
Kann regelmäßiges Saunieren das Gehirn gesund halten? Die finnischen Langzeitstudien geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Besonders interessant ist, dass nicht ein einzelner Saunagang untersucht wurde, sondern die Gewohnheiten von Menschen über Jahrzehnte hinweg.
Das passt zu einem Gedanken, der uns im Saunabau seit jeher begleitet: Eine Sauna ist keine Anschaffung für ein paar besondere Wellnessabende.
Sie kann ein fester Bestandteil des Alltags werden. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, den Körper bewusst wahrnimmt und sich regelmäßig Zeit für sich nimmt.
Und vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Vorteile einer eigenen Sauna: dass man sich diese Zeit nicht erst organisieren muss.
Häufige Fragen zu Sauna, Demenz und Gehirngesundheit
Kann Sauna Alzheimer verhindern?
Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Saunieren Alzheimer verhindern kann. Finnische Beobachtungsstudien zeigen jedoch, dass häufiges Saunieren mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden sein kann.
Wie oft sollte man für die Gesundheit in die Sauna gehen?
In finnischen Studien zeigten sich bei etwa zwei bis drei Saunabesuchen pro Woche interessante Zusammenhänge mit einem geringeren Demenzrisiko. Eine wissenschaftlich gesicherte optimale Häufigkeit gibt es nicht.
Ist Sauna gut für das Gehirn?
Regelmäßiges Saunieren könnte über das Herz-Kreislauf-System, die Stressregulation und weitere körperliche Anpassungsprozesse positive Auswirkungen haben. Ob diese Effekte das Gehirn langfristig vor Demenz schützen, wird noch erforscht.
Ist eine Massivholzsauna gesünder als eine Elementsauna?
Ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen einer bestimmten Saunabauweise ist durch die genannten Studien nicht belegt. Bei einer Massivholzsauna stehen unter anderem die massiven Holzwände, ihre Wärmespeicherung und die natürliche Materialität im Vordergrund.
Wissenschaftliche Quellen
- Knekt, P. et al. (2020): Does sauna bathing protect against dementia? Preventive Medicine Reports. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7560162/
- Laukkanen, T. et al. (2017): Sauna bathing is inversely associated with dementia and Alzheimer’s disease in middle-aged Finnish men. Age and Ageing. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27932366/
- World Health Organization (2026): Risk reduction of cognitive decline and dementia – Second edition.https://www.who.int/publications/i/item/9789240123557
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.




